Die RTL II-Sendung Hartz und herzlich

Hartz und herzlich

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Di. 11.06.2019 22:15

Folge V010 - Die Plattenbauten von Bitterfeld-Wolfen (1)

Hartz und herzlich - Folge V010

Riesige Viertel mit turmhohen Wohnblöcken: Bitterfeld-Wolfen war das Chemie-Zentrum der DDR und beherbergte tausende Arbeiter. Heute, Jahrzehnte nach dem Boom, stehen die Plattenbauten reihenweise leer. Die Heimat vieler Menschen erodiert.

Bitterfeld-Wolfen war das Chemie-Zentrum der DDR und beherbergte tausende Arbeiter in riesigen Vierteln mit turmhohen Wohnblöcken. Heute, Jahrzehnte nach dem Boom, stehen die Plattenbauten reihenweise leer und werden abgerissen. Nach der Wende war Bitterfeld immer wieder Thema der Nachrichten, weil Umweltschäden durch Bodenverseuchung in großem Ausmaß bekannt wurden. Dazu begann der Niedergang der Chemieunternehmen, was für Zehntausende plötzlich die Arbeitslosigkeit bedeutete. Das gilt auch für die Stadt Wolfen. Mittlerweile sind die beiden Städte vereint.

Noch immer bestimmen Arbeitslosigkeit und Wegzug der Bevölkerung die Region in Sachsen-Anhalt. In Scharen wurden Bitterfeld und Wolfen verlassen. Die Heimat vieler Menschen erodiert. Zwei Menschen, die geblieben sind, sind Yvonne und Pascal - beide seit Jahren arbeitslos. Die beiden Hartz IV-Empfänger haben mit schweren Krankheiten zu kämpfen. Das Leben ohne Geld stellt für sie und ihre vier Kinder eine tägliche Herausforderung dar, doch Yvonne ist clever: Sie versteht es, die staatlichen Hilfsangebote zu nutzen. Auch Rainer und Gerhard, beide fast im Rentenalter, versuchen zwischen abgerissenen und bewohnten Plattenbauten über die Runden zu kommen. Während Gerhard sein Leben abwechslungsreich gestaltet, sucht Rainer Trost im Alkohol.

Nadine hat versäumt, eine wichtige Rechnung zu bezahlen, als Konsequenz wurde ihr Konto gepfändet. Das bringt die Mutter einer zweijährigen Tochter völlig aus dem Gleichgewicht. Sie muss das Zollamt überzeugen, die Pfändung aufzuheben, sonst drohen weitere Mahnungen. Roland lebt auf 26 Quadratmetern und bezieht seit 13 Jahren Hartz IV. Für den 57-Jährigen gibt es aktuell Hoffnung, er hat einen 1 Euro Job und somit die Chance, endlich etwas in seinem Leben zu verändern. Das Leben der Bewohner ist hart und von Entbehrungen geprägt. Obwohl die dortigen Wohnblöcke abgerissen werden und die Perspektiven in der strukturschwachen Region aussichtslos sind, ist viel Platz für Herzlichkeit und Nachbarschaftshilfe. Der Zusammenhalt in Bitterfeld-Wolfen ist groß und macht das Leben der Anwohner aus.

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